Mit einer 100-Prozent-Bewertung auf Rotten Tomatoes setzt “The Furious” — unter der Regie des Action-Koordintors von “Twilight of the Warriors: Walled In”, Kenji Tanigaki — dank seiner viszeralen Choreografie neue Maßstäbe.
Es ist eine beachtliche Leistung, wenn eine Produktion eine perfekte Bewertung von 100 Prozent auf Rotten Tomatoes erzielt, der maßgeblichen Plattform für cineastischen Konsens. Laut einem Artikel von Variety aus dem Jahr 2024 haben in den letzten zwei Jahrzehnten nur etwa 480 Filme mit mindestens 20 Kritiken diese makellose Bewertung erreicht. Hollywood-Klassiker wie “Singin’ in the Rain” (1952), “The Terminator” (1984) und “Toy Story” (1995) bleiben herausragende Beispiele für diesen erlesenen Kreis. Dieses asiatische Action-Highlight “The Furious” reiht sich nun stolz in diese Riege ein.
Der am 12. Juni uraufgeführte Martial-Arts-Thriller “The Furious” sorgte sofort für Aufsehen durch seine spektakulären, rasanten und physisch intensiven Kampfszenen. Das Projekt, das von Kenji Tanigaki — dem Action-Regisseur und Stunt-Koordinator von “Twilight of the Warriors: Walled In” — in Zusammenarbeit mit dem “Trivisa”-Produzenten Jevons Au geleitet wird, vereint fünf echte Kampfsportler. Zur hochkarätigen Besetzung gehören die Action-Schwergewichte Tse Miu (“The New Legend of Shaolin”), Joe Taslim (“Mortal Kombat”), Yang Enyou (“Eye for an Eye: The Blind Swordsman”), Li Wei (“Everything Everywhere All at Once”) sowie Yayan Ruhian (“John Wick: Chapter 3 – Parabellum”).
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Above Der offizielle Trailer des Martial-Arts-Films “The Furious” zeigt die packende Action.
Die Handlung spielt in einer fiktiven Stadt in Südostasien und folgt einem stummen, ehemaligen Leibwächter, der sich durch die raue Unterwelt kämpfen muss, um seine entführte Tochter zu retten. Auf seiner gefahrvollen Reise verbündet er sich mit einer in Kampfkünsten ausgebildeten Journalistin, die einen weit verzweigten Kinderhändlerring untersucht.
Verglichen mit Tanigakis früherer Arbeit bei “Twilight of the Warriors: Walled In” mag “The Furious” zwar auf eine ebenso spektakuläre Kulisse wie die Kowloon Walled City verzichten, doch gleicht der Film dies durch wesentlich straffere und präziser kalkulierte Choreografien aus. Die Kampfszenen in “The Furious” gehen weit über bloße visuelle Stimulation hinaus; sie treiben die Erzählstränge und die Charakterentwicklung der Protagonisten aktiv voran.

Above Eine Filmszene aus “The Furious” mit dem Hauptdarsteller und seiner Tochter (Bild: mit freundlicher Genehmigung von IMDB)
Der Protagonist verlässt sich zunächst auf rohe Verzweiflung, während er sich in einem Muay-Thai-Ring durchkämpft, um den Aufenthaltsort seiner Tochter zu finden. Sobald er mit der Journalistin zusammenarbeitet, wandelt sich seine Methode in eine strategischere Infiltration eines Verbrechersyndikats. Im späteren Verlauf des Films findet ein komplexer Fünf-Personen-Kampf zwischen dem Protagonisten, seinem Verbündeten, dem Verbrecherboss samt Handlanger und einem betrogenen Untergebenen statt. Dieses Finale ist weit mehr als eine technische Demonstration; es fungiert als emotionales Crescendo eines Vaters, der seine physischen Grenzen überschreitet, um sein Kind zu retten. Diese Sequenz spiegelt brillant die komplexe Psychologie und die sich wandelnden Beziehungen der Hauptfiguren in “The Furious” wider.
Während aktuelle Blockbuster wie “Mortal Kombat II” auf beeindruckende visuelle Effekte setzen, bietet “The Furious” ein geerdetes, haptisches Erlebnis. Die Produktion gewinnt durch die Authentizität, da die Schauspieler und Stuntteams echte Leistungen in Wushu, Judo, Taekwondo, Karate und Pencak Silat erbringen. Tanigaki entschied sich bewusst für Elite-Kampfsportler statt für reine Filmschauspieler und ließ das Kernteam einen Monat lang intensiv gemeinsam trainieren, um absolute Präzision zu gewährleisten.

Above Eine packende Kampfszene aus dem Martial-Arts-Film “The Furious” (Bild: mit freundlicher Genehmigung von IMDB)
Es gibt jedoch kleine erzählerische Schwächen, die die Perfektion von “The Furious” minimal trüben. Die Dialoge der Nebenfiguren, insbesondere bei den Ordnungskräften, wirken gelegentlich hölzern. Zudem überschreiten einige Action-Sequenzen die Grenzen der Glaubwürdigkeit etwas zu weit. Auch wenn “The Furious” in einem fiktiven Universum spielt, bleibt eine gewisse narrativen Stimmigkeit unerlässlich. Eine Szene, in der ein Polizist einen Gangster, der ein Kind am Abgrund festhält, aus großer Entfernung neutralisiert, erfordert ein hohes Maß an gutem Willen.
Die umstrittenste kreative Entscheidung ist das Einblenden von realem Dokumentarmaterial über globalen Kinderhandel im Finale. Auch wenn das Anliegen der Kinderfürsorge wichtig ist, wirkt es hier tonal störend und durchbricht das immersive Erlebnis. “The Furious” ist als adrenalinreiche Action-Spektakel konzipiert, das Freundschaft und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt. Es gibt geeignetere Formate für humanitäre Aufklärungsarbeit als ein knallharter Martial-Arts-Blockbuster.

Above Von links: Miao Xie, Kenji Tanigaki, Brian Le und Joe Taslim bei den Dreharbeiten zu “The Furious” (Bild: mit freundlicher Genehmigung von IMDB)
Trotz dieser kleinen Skript-Mängel bleibt “The Furious” von Anfang bis Ende fesselnd und legt subtile Spuren für eine Fortsetzung. Tanigaki bestätigte kürzlich, dass die konzeptionelle Entwicklung für ein Prequel oder Sequel bereits läuft. Cineasten dürfen gespannt sein, wie dieses talentierte Team das Actionkino mit Choreografien revolutioniert, die ebenso eindrucksvoll sind wie das Drehbuch.
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